Einfluss vom Wind auf die Flugzeit (hin- und zurück)

Allgemeine Diskussionen über das "wahre" Ultraleichtfliegen

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cle74
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Einfluss vom Wind auf die Flugzeit (hin- und zurück)

Beitrag von cle74 » Mi 14. Mai 2014, 09:20

Ich war mal gespannt wieviel einfluss der Wind hat wenn man hin und zurück eine Strecke fliegt.

Auf der eine stecke ist man langsamer mit gegenwind, aber in die andere Richtung schneller mit Rückenwind. Also wie verhält sich das im vergleich zur null Wind?

Schön zu sehen dass dies beim fliegbarem Wind nicht sehr viel aus macht, erst wenn es deutlich stärker als 25kmh weht merkt man grössere Unterschiede. Allerdings fliege ich meistens nur ca. 90kmh.

P.S. Ich garantiere nicht die richtigkeit von meine Berechnungen (bitte kontroliere es), und die 75 & 99 kmh Wind sind nur spasshalber eingegeben!

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powerandpitch
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Beitrag von powerandpitch » Mi 14. Mai 2014, 09:32

Also, ich fliege auch schon einmal bei 25 oder 30 kt Wind. Die gibt es bei uns leider mal öfter. Mit 50 kt TAS wird man so zur absoluten Wanderdüne oder zum leuchtenden Kometen, wenn die Brise von achtern schiebt. So hat mich im Queranflug zur 08 einmal ein Boot auf der Ems überholt.

Also mit der Nase am Boden im "Tiefflug" gegen den Wind an kajohlen und wenn man beim Rückflug den "großen Turbo" im Rücken hat, so hoch wie möglich zurückbrettern. Der Wind bestimmt bei mir recht oft auch den Platz, den ich letztendlich anfliege. Gegen die Brise weg und mit der Puste im Rücken zurück zum Heimatplatz.

Die geringe Geschwindigkeit der eigenen Mühle kann einem an solchen Tagen gewaltig auf den Sack gehen und man sieht plötzlich eine "CT" oder "Fazzy" mit ganz anderen Augen. :wink:
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Hein Mueck
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Beitrag von Hein Mueck » Mi 14. Mai 2014, 13:02

Sieht irgendwie komisch aus.

Hast Du die Werte (bis aus die letzten beiden) erflogen und gemittelt oder ist das Ganz einfach nur errechnet?

Bye Thomas
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powerandpitch
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Beitrag von powerandpitch » Mi 14. Mai 2014, 14:05

Moin Thomas,

die Zahlen decken sich schon mit meinen Erfahrungen.

Flug, von Leer nach Barssel, ca. 25 km. Hin war ich über eine Stunde unterwegs (nicht so ganz sauber am Strich geflogen). Zurück rund 10 Minuten.


oder von Leer nach Baltrum ca. 50 km bei 28 kt. der auf der Insel auch noch voll-cross wehte. Mein Kumpel ist mit der Aquila und 120 kt an mir vorbeigehämmert. Nach einer Stunde 15 Minuten war ich dann endlich dort. Zurück war die Sache in gut 15 Minuten erledigt.

Seitdem ich diese lahme Krücke fliege, suche ich mir ziemlich genau den Wind in den einzelnen Höhen aus der Vorhersage heraus. Meistens hilft es, mit der Nase am Boden lang zu tigern, aber manchmal erlebt man auch über den Wolken eine positive Überraschung und kommt plötzlich deutlich zügiger voran.

Bei den paar Kilometern ist das schon krass. Verteilt man das auf zwei oder dreihundert Kilometer, dann muss man schon mindestens einmal zwischenlanden, um die Rübe wieder aufzutanken. :shock:

Gruß

Edgar
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cle74
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Beitrag von cle74 » Mi 14. Mai 2014, 14:20

Hallo Thoma,

Nur errechnet!
stöpsl
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Das ist doch Grundwissen

Beitrag von stöpsl » Mi 14. Mai 2014, 14:41

Was ihr da Diskutiert ist Grundwissen in der Fliegerei und eine Selbstverständlichkeit. Auch sollte jeder in der Lage sein, während eine Fluges seine Flugzeit wenigstens ungefähr zberechnen zu können bzw. an seine Flugvorbereitung an zu passen, wenn die Strömungsverhältnisse der Winde sich verändern (Der StdVerbrauch muss dafür natürlich bekannt sein)

Wenn ich von Bad Wörishofen nach Münster fliege, ist der Wind ein entscheidender Faktor, ob ich die Strecke ohne oder mit Zwischenlandung fliegen kann. Ich schaffe die Strecke in 3 1/2 Stunden mit Rückenwind oder mit Gegenwind bis zu 5 1/2 Stunden. Eine entsprechende Flugvorbereitung und ein persönliches Wetterbriefing ist sowieso obligatorisch. Wenn ich während des Fluges geänderte Windverhältnissen feststelle, überschlage ich im Kopf, wie lange sich meine Flugzeit verlängert und ich muss mir rechtsezitig eine Tankstelle suchen.

Bei mir gehört das zu meiner vernünftigen Flugvorbereitung - bereits vor dem Abflug die Mogastankstellen auf der Strecke zu notieren und entsprechende Anflugkarten dabei zu haben. Für besondere Fälle habe ich in der Regel das Flugplatztaschenbuch in meinem Handgepäck, um für unerwartete Landungen gewappnet zu sein. Für Flüge, die nur eine große Platzrunde sind, also Rundflüge bis zu eineinhalb Stunden, betreibe ich diesen Aufwand aber auch nicht, freue mich aber, wenn ich 170km/h über Grund fliege, obwohl ich TAS nur 130 drauf habe.
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powerandpitch
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Beitrag von powerandpitch » Mi 14. Mai 2014, 15:13

Moin Stöpsl,

alles korrekt, was Du da sagst. Trotzdem ist gerade dieser Punkt der Grund warum der eine oder andere Kollege ungewollt mehr oder weniger glücklich auf einem Acker zu Boden kommt.

Das eine ist, was man vorher am Boden als Flug plant und das andere ist die Nummer, die einen anschließend trotz aller Sorgfalt überrascht.

5 kt mehr oder weniger Wind hören sich nach nicht besonders viel an. Die Eingangs gezeigte Tabelle bringt jedoch schön zum Ausdruck, dass sich dadurch eine ganze Menge verschieben kann.

Um mehr geht es bei der Sache eigentlich nicht. Und als "Schätzhilfe", die man sich ggf. unters Kniebrett klemmt, taugt die Aufstellung allemal.

Gruß

Edgar
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Beitrag von cle74 » Mi 14. Mai 2014, 15:15

Jooo, klar ist das Grundwissen, aber ich habe mir schon lange Zeit nicht mehr überlegt wie sehr es mir beeinflusst. Und auf kurze Strecken bis 100km ist der gesammte Flugzeit hin- und zurück nicht extrem beëiträchtigd, vor allem seitenwind macht nicht so viel aus. Und das wollte ich hier mal teilen! Im Forum muss ja geschrieben und gedanken geteilt werden, sonnst wirds langweilig! Meistens fliege ich nicht weiter als 150-200km, und dann mache ich die Flugplanung mehr nach gefühl. Ich habe ja keine Termine wenn ich fliege!
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TDC
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Beitrag von TDC » Mi 14. Mai 2014, 16:27

Wat denn, lernt man heute etwa nicht mehr ein Winddreieck für die Flugplanung zu zeichnen??? :shock:



Ich fand immer schon, die Visualisierung als geometrische Aufgabe ist anschaulicher als jedes Flugplanungs-Computerprogramm....
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toto
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Beitrag von toto » Mi 14. Mai 2014, 23:59

Ich muss TDC recht geben (visuell kommt es besser), auch wenn ich fast nie mehr zeichne (aus Faulheit)
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Beitrag von stöpsl » Do 15. Mai 2014, 06:29

TDC hat geschrieben:Wat denn, lernt man heute etwa nicht mehr ein Winddreieck für die Flugplanung zu zeichnen??? :shock:



Ich fand immer schon, die Visualisierung als geometrische Aufgabe ist anschaulicher als jedes Flugplanungs-Computerprogramm....


Tatsächlich ist es so wie du sagst, aber ich kanns ehrlich gesagt nicht mehr zeichnen und rechnen, weil ich die Berechnungen jahrelang mit dem Kalkulator gemacht habe. Sollte ich mal wieder anschauen. Meine Rechnungen zum Mehrverbrauch gehen meist im Kopf ab und bisher bin ich damit gut gefahren. Die o.A. Tabelle ist hierzu gar nicht schlecht und gibt auf jeden Fall gute Denkanstöße.
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Hein Mueck
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Beitrag von Hein Mueck » Do 15. Mai 2014, 21:11

Dann stelle ich meine laienhafte Frage noch einmal präziser:

Warum nimmt die Zeit bei Gegenwind linear ab, während dies bei Rückenwind nicht der Fall ist.

Bye Thomas
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Beitrag von powerandpitch » Fr 16. Mai 2014, 07:08

Moin Thomas,

flieg einfach einmal bei 20 oder 30 kt Wind mit einer Mühle, die nicht schneller als 55 kt ist ein Ziel an, welches 50 NM gegen den Wind entfernt liegt. Und dann flieg die Strecke wieder zurück. Danach hat sich die Sache von alleine erklärt, insbesondere, wenn Du zuvor Deine Koppelorte berechnet hast.

Bevor ich die Rohr-Tuch-Eule geflogen habe, waren Windvorhaltewinkel und Flugzeitberechnungen lediglich bei schlechter Sicht ein Thema.

Mit der lahmen Mühle fliegt man so manches Mal seitwärts über die Landschaft und hat das Gefühl am Siemens-Patent-Lufthaken unter der Wolke festzuhängen. :mrgreen:

Gruß

Edgar
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Beitrag von Hein Mueck » Fr 16. Mai 2014, 13:03

Ok konkreter:

1. Ich fliege in einer Luftmasse, die sich mit 40km/h in meine Flugrichtung bewegt. Ich fliege 60km/h in dieser Luftmasse. Wie schnell bin ich über Grund?

2. Ich fliege in einer Luftmasse, die sich mit 40km/h entgegen meiner Flugrichtung bewegt. Ich fliege 60km/h in dieser Luftmasse. Wie schnell bin ich über Grund?

Jetzt bitte noch einen Blick in die Tabelle werfen.

Bye Thomas
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Beitrag von TDC » Fr 16. Mai 2014, 18:55

Hein Mueck hat geschrieben:1. Ich fliege in einer Luftmasse, die sich mit 40km/h in meine Flugrichtung bewegt. Ich fliege 60km/h in dieser Luftmasse. Wie schnell bin ich über Grund?
Nun, dit is doch janz eenfach.
Über Grund 100km/h.
Du fliegst also eine 100km Strecke in einer Stunde.
Hein Mueck hat geschrieben:2. Ich fliege in einer Luftmasse, die sich mit 40km/h entgegen meiner Flugrichtung bewegt. Ich fliege 60km/h in dieser Luftmasse. Wie schnell bin ich über Grund?
So un nu fliechste die selbe Strecke von 100km wieder zurück. Wind steht dir direkt auf die Nase, über Grund machste also nur noch 20km/h. Ist es nicht logisch das du dann 5 Stunden brauchst?

Und wenn der Wind jetzt 58Km/h wäre würdest du für die Strecke 1. zwar "nur" ca. 50 Minuten brauchen, aber für Strecke zu 2. eben 50 Stunden...

Ach, und wenn der Gegenwind mehr ist als deine Fluggeschwindigkeit TAS, dann machste natürlich eine Zeitreise in die Vergangenheit....oder so :D
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