GPS Navigation mit Moving Map zum selberbauen (fast umsonst)

Allgemeine Diskussionen über das "wahre" Ultraleichtfliegen

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thomas3.6
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GPS Navigation mit Moving Map zum selberbauen (fast umsonst)

Beitragvon thomas3.6 » 18.02.2010, 14:19

Hallo,

Eines vorweg: Ich weiß das die sicherste Navigation immer noch die Karte mit dem Kompass ist solage sie nicht wegfliegt. Aber als Backup Lösung für alle die in Ihrem Flieger die Möglichkeit haben einen Laptop oder ein Netbook mitzunehmen hab ich hier was.

Benötigt werden:

- Scanner (oder jemand der scannen kann)
- Laptop oder Netbook
- GPS Maus (genauer ein NMEA – fähiger GPS – Empfänger z.B. von Conrad oder E-bay)
- OziExplorer in der Demoversion ( Nicht die Trial – Version, die schaltet nach 1 Std. ab !)

Vorgehensweise (am besten schon alles auf euerem Laptop oder Netbook):

1. Man lade sich den Oziexplorer von http://www.oziexplorer.com und installiere die SHAREWARE/DEMO – Version. Nicht die Trialversion verwenden, die schaltet nach einer Stunde ab und hat andere Einschränkungen die wir nicht gebrauchen können.

2. Installiert den Oziexplorer

3. Jetzt müsst ihr eine ICAO – Karte einscannen. Nehmt eine die euren momentanen Standort auch erfasst und scannt sie mit 100 DPI. Das ist die Auflösung und mehr wie 100 DPI lässt die Datei zu groß werden so dass OziExplorer diese nicht mehr verarbeiten kann. Die Farbtiefe darf aus diesem Grund auch höchstens 256 Farben sein. Wenn der Scanner nur mit höherer Farbtiefe arbeiten kann ist das erst mal kein Problem.

4. Öffnet nun die gescannte Datei in Paint und wählt Bild – Drehen um Norden nach oben zu bekommen wenn das nicht schon der Fall ist. Speichert die Kartendatei als 256 – Farben BMP – Datei (Speichern unter....) Speichert am besten in dem Ordner in dem auch der OziExplorer ist.

5. Jetzt den OziExplorer öffnen und „Datei – lade und kalibriere Kartenbild“ wählen. wählt nun das gespeicherte 256-Farben Kartenbild von gerade eben aus.

6. Ihr seit jetzt im Kalibriermodus und müsst die Karte kalibrieren. Rechts am Bildschirm wählt ihr nun die Registerkarte „Punkt 1“. Der Punkt 1 soll ein Punkt sein der möglichst weit oben links auf der Karte liegt. Scrollt dazu mit den Balken in die linke obere Ecke des Kartenbildes und klickt auf einen Flugplatz der dort in der Nähe ist. Es sollte ein roter Kreis erscheinen. Für diesen Punkt müsst Ihr nun rechts im Fenster die Koordinaten eingeben. Die Koordinaten von Flugplätzen kann man ja googeln. Achtet auf das Format. Im ersten Feld die Grade und im zweiten die Minuten dann ein Komma und dann die Sekunden. Achtet darauf das die Längenangabe standardmäßig auf West steht, wir brauchen natürlich Ost.

7. Verfahrt sinngemäß mit dem zweiten Punkt und nehmt einen Flugplatz möglichst weit unten rechts auf dem Kartenbild.

8. Da die Demoversion nur 2 – Punkt – Kalibrierungen zulässt könnt Ihr jetzt auf „speichern“ klicken und das ganze als Kartendatei abspeichern. Nehmt als Ordner den in dem Oziexplorer installiert ist und speichert im Ordner „Maps“

Nach dem speichern kontrolliert Ihr anhand von ein paar Flugplätzen über die ihr mit der Maus fahrt ob deren Koordinaten korrekt angezeigt werden.

Ich habe noch nicht alle Funktionen dieses Programms verinnerlicht aber Ihr könnt nun wenn Ihr einen GPS – Empfänger (NMEA fähige GPS- Maus) anschließt und richtig konfiguriert habt auf eine supertolle Moving Map – glotzen. Es sind in verschiedenen Menüs der aktuelle True Course , Groundspeed usw. einblendbar.

Gut ist auch das der OZI im „Maps“ – Ordner automatisch nach einer neuen Karte sucht und diese läd wenn Ihr die Grenzen der aktuellen Karte überschreiten würdet.
Das hört sich erst mal alles recht kompliziert an aber wenn ihr mal durch seit gehen die Schritte recht einfach von der Hand und man muss ja nur einmal im Jahr die aktuellen Karten scannen und kalibrieren.

Falls Ihr euch entschließt das hier Beschriebene auch mal zu probieren teilt euere Erfolge ruhig mit. Vielleicht entdeckt ihr ja Funktionen die noch nützlich sind.

Bis dann,
Thomas
Geht nicht gibts nicht ! Manches geht aber nur einmal.
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snoopy
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Beitragvon snoopy » 21.02.2010, 15:30

Hm.

Was spricht gegen ein einfaches, altes Garmin III Pilot oder ein Garmin 96 (oder irgendein anderes) mit passender Halterung oder am Bein anstatt aus Consumer-Hardware zusammengepfriemelte, störanfällige, empfindliche, schwere, voluminöse und viel Strom verbrauchende Lösungen?

Nix für ungut,

Hans
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Beitragvon erkki67 » 21.02.2010, 19:14

Ich bin mal gespannt was für Lösungen für das neue IPAD von Apple angeboten werden!!! :D :D :D

Erkki
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Oliver Reik
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Beitragvon Oliver Reik » 21.02.2010, 20:36

Zum ausprobieren finde ich solche Frickeleien ja ganz witzig. Aber im Flieger als ernsthafte Navigationshilfe?

Die GPS-Maus kostet schließlich auch etwas, genau wie das passende Laptop-12V-Netzteil und die großen ICAO-Karten einzuscannen ist auch ein Krampf oder kostet Geld. Das Ergebnis ist dann eine sperrige (selbst wenn man ein kleines Netbook nimmt) Frickellösung, die im Flug schlecht zu bedienen ist (ich möchte nicht in Turbulenzen mit dem Touchpad herum fummeln) mit einem schönen Kabelsalat.
Für mich fällt das eindeutig in die Kategorie "billig" statt "preiswert".

Da schließe ich mich der Meinung von Hans an - ein GPS III Pilot o. Ä. erscheint mir wesentlich geeigneter - insbesondere mit Blick auf das Preis- / Leistungsverhältnis.

Viele Grüße,

Oliver
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homebuilder
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Navigation zum selberbauen

Beitragvon homebuilder » 21.02.2010, 20:40

Hallo thomas3.6 :D
ein prima Beitrag der hier sehr gut rein passt :!:

Deine Idee und auch Deine Beschreibung (sehr ausführlich), sollten es
jedem ermöglichen dieses zu probieren :!:

Ich finde es immer wieder prima, das es Menschen gibt, die gerne ausprobieren und experimentieren :idea:

So wächst auch der eigene Horizont :!:

Ob man es dann auch einsetzen kann, wird man nur dann erkennen können, wenn man es selber geschafft hat zu installieren und kalibrieren.

So sind auch unsere UL's entstanden, denn am Anfang steht immer "Die IDEE" :!:

Weiter so... :!:

Einen schönen Gruß
homebuilder :D
Nichts auf der Welt ist schwierig :wink: es sind unsere Gedanken, welche den Dingen diesen Anschein geben.
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snoopy
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Re: Navigation zum selberbauen

Beitragvon snoopy » 22.02.2010, 11:10

homebuilder hat geschrieben:Ich finde es immer wieder prima, das es Menschen gibt, die gerne ausprobieren und experimentieren :idea:

So wächst auch der eigene Horizont :!:


Vielleicht ist anhand meines Kommentars der Eindruck entstanden, daß ich jegliche Art von Innovation ablehne - das ist natürlich nicht der Fall.
Grade wenn es um Computer, GPS und ähnliche Spielereien geht, bin ich selber ein Bastler, dessen Ideen auch nicht immer ganz kritiklos davonkommen :)

Sicherlich wirkt so ein "Projekt" horizontserweiternd, und ist _insofern_ auch sehr empfehlenswert!

Der harte Kern kann auch den GPS-Empfänger selbst bauen, und eine eigene Navi-Software schreiben; Bausätze oder integrierte Chips sowie quelloffene Navi-Software zum Studieren gibt es reichlich. Die Komplexität aber auch die Horizontserweiterung nimmt exponentiell zu.

Bei mir sieht die Horizontserweiterung so aus: ich habe mir das mal angetan, und kaufe seitdem wieder bei Garmin oder Lowrance; Selbstbau kommt allenfalls noch bei automatischen Garagentoröffnern etc. im Auto in Frage, wo Platz, Gewicht, Stromverbrauch und Zuverlässigkeit keine Rolle spielen.

Eine Horizontserweiterung ist es also auch dann, wenn man einsehen muß, daß die Methode nachteilig ist. Ich persönlich kann aus eigener Erfahrung bei der beschriebenen Methode nur einen einzigen nennenswerten Vorteil erkennen: das im Verhältnis zu GPS-Empfängern große Display eines Notebooks. Das kann aber, außer in Einzelfällen, die vielfältigen Nachteile nicht aufwiegen. Wer möchte, überzeuge sich halt davon.

Allerdings ist es auch nichts neues; die Methode mit dem PC ist lange überholt, aktuell sind derartige Lösungen mit PDAs, deren Rechenleistung und Speicher vollkommen ausreicht.

Die Praxistauglichkeit ist eine andere Frage: man sehe sich die Flieger von Kameraden an, die mit solchen Lösungen fliegen (PDA ist gemeint, mit Notebook kenne ich keinen).
Auf die Frage nach dem irgendwo vorhandenen Garmin 195 oder was auch immer bekommt man zur Antwort: "Backup".
Ich muß dann immer lachen, denn wenn man gleich mit den extra zu diesem Zweck geschaffenen Geräten fliegen würde, die in fast zwei Jahrzehnten ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt haben, bräuchte man kein Backup...

Im vom Thomas beschriebenen Fall, der ja -meines Erachtens richtigerweise- den PC als Backup zur Karte sieht, wäre das normale GPS also das Backup zum Backup...

Für mich bleibt`s eine Pfriemelei, auch wenn die für manchen sicher lehrreich sein mag.

Nix für ungut.

Hans

P.S.: Wenn man es ausprobieren will, und ohnehin schon einen GPS-Empfänger hat: fast alle handelsüblichen Geräte können (per Kabel, aber auf eines mehr oder weniger kommt`s da auch nicht mehr an) GPS-Daten im mehr oder weniger standardisierten NMEA-Format ausgeben, die man erstmal weiterverwerten kann, ohne gleich eine GPS-Maus kaufen zu müssen. Dann hat man zumindest schon einmal einen zuverlässigen Empfänger und eine zuverlässige (weil althergebrachte serielle) Datenverbindung.
Außerdem kann man -im Gegensatz zu den mir bekannten GPS-Mäusen- zumindest die Garmin-Empfänger in einen Demo-Modus schalten, so daß man sich am Schreibtisch in Ruhe konzentrieren kann, anstatt rumzulaufen, zu fahren oder zu fliegen, nur um die Software zu testen; und als Erstanschaffung (wenn nicht eh schon vorhanden) ist ein Datenkabel zum eigenen GPS-Empfänger meist die sinnvollere Investition.

P.S.2: Auch das Datenkabel kann man selbermachen... wer aber schon einmal beispielsweise einen Garmin Roundplug gelötet hat, möchte das in der Regel nicht nochmal machen. Kauf ist also zu empfehlen.
Es ist eine Kunst zu fliegen, oder vielmehr ein Trick. Der Trick ist, daß man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben. (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis III)
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Beitragvon D-M-Fan » 01.03.2010, 16:13

Wenn ich dem Prinzip dieser Webseite folgend LOW and SLOW fliege, habe ich stets Zeit genug, meine Karte zu studieren.
Ich hab da aber auch noch ein GPS 90 "für alle Fälle" in der Tasche.

Für all die, die ein banales Moving Map System wünschen gibt es eine einfache Methode:
Man kaufe sich für ca 100 Euros ein Nabi von Garmin (NüvI 20X) und stelle es auf "Luftlinie" und "Norden oben" und eine geringe Detailgenauigkeit.
Wer Ziele unter den POIs sucht, findet eine ganze Reihe von Sportflugplätzen, zu denen das Garmin dann den Weg findet.

Das Gerät muss nur einmal "kalibriert" werden, indem man einen kleinen Strich auf das Gehäuse malt, der mit der Kurslinie in Deckung gebracht wird.

Es hat bislang funktioniert, aber ich hatte immer eine Karte dabei, auf die ich mich verlassen habe.

Probiert mal selbst!

Werner
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Beitragvon SKYSKID » 08.03.2010, 21:12

Ich hab jahrelang mit oziexplorer gearbeitet. Hat immer gut funktioniert. Auf WinMobile und PC basis. Den neuen tablet pc von http://www.mobile2day.de/news/news_deta ... 681&cid=nl
der keine 150 EUR kostet wird sich auch gut als kniebrett verwenden lassen. Sky`s Kid
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Beitragvon aeroklaus » 09.03.2010, 14:40

Hallo Thomas,

Punkt 3 kannst Du ersetzen, wenn Du die ICAO-Karte als Screenshot von dieser Seite nimmst:
http://www.vfr-bulletin.de/web20/index.htm#
Du musst nur rechts oben im Auswahlmenü die "VFR-Bulletin Karte" gegen die "ICAO Karte" austauschen. Kannst sogar den berühmten Strich in der Karte mit übernehmen.
Probleme gibt es unter Umständen mit der Kalibrierung des Materials, wenn eine andere als die Mercator-Projektion verwendet wurde (was bei gedruckten ICAO-Karten der Fall ist).
So weit ich sehe, ist aber das Material auf der Seite www.vfr-bulletin.de auf Mercator umgewandelt.

Ich hatte vor ein paar Jahren auch so ein "arme-Leute-Moving-map System:
mit einem Palm 3c, mit GPS-Modul, einer kleine Software namens "Atlas" und selbst erstellten Kartenmaterial. Leider war das Palm-Display bei heller Umgebung schlecht abzulesen.
In Zukunft probiere ich mal den iPod touch mit GPS-Kit und die 16€-Software "Air Navigator Pro"
Ist halt eine Spielerei...


Grüsse Klaus
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Beitragvon aeroklaus » 11.03.2010, 12:03

Nachtrag:

die ICAO-Karten auf:

www.vfr-bulletin.de/web20/index.htm#

wurden auf 2010 aktualisiert.


Grüsse Klaus
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Beitragvon suraki » 27.03.2010, 16:45

Hi,

ich fürchte, das mit der DFS-ICAO-Karte der Webseite funktioniert nicht. Ich hatte mir mal die Mühe gemacht, die Karte Stück für Stück zu 'screenshotten' und anschließend wieder zusammenzustitchen - nur um dann hinterher feststellen zu müssen, daß die Jungs von der DFS die Karte wunderbar 'entzerrt' haben, so daß kein Kartendatum mehr paßt. Mercator schon gar nicht! Man kann dies auch wunderbar auf der Webseite nachvollziehen, wenn man einen Längenkreis an die Monitorkante legt und dann mit den Cursortasten langsam nach unten scrollt: auf ganzer Länge der Karte sind die Kreise absolut parallel. Also nix mit Mercator und nix, was man mit dem Ozi kalibrieren könnte.

Speziell für den OziExplorer gibt's aber unter www.kartenteam.de die jeweils aktuellen ICAO-Karten im Original Ozi 'ozfx3'-Format zum (schweineteuren) Kauf. Ich benutze seit Jahren den OziExplorerCE auf meinem Fujitsu/Siemens LOOX 560 in Verbindung mit diesen Karten zum problemlosen (und im Vergleich zu anderen kommerziellen Lösungen auch immer noch sehr preiswerten) Navigieren.

Was mich aber zur Frage ans Forum bringt: Ich möchte gerne weg von den teuren Kartenteam-Karten (die, wenn man nicht jedes Jahr aktualisiert gleich mit ~80€ für Halbdeutschland zu Buche schlagen). Weiß irgendjemand, in welchem Format die auf DVD vom DFS erhältliche 'elektronische' ICAO-Karte vorliegt? Handelt es sich um irgendein geläufiges Bitmap-Grafikformat wie JPG, TIFF, BMP oder ähnlich?

Wenn ja, käme man damit nämlich preisgünstiger und das Konvertieren ins 'ozfx3'-Format ist mit der PC-Version des Ozi auch kein Problem.

Bin gespannt auf eure Antworten

suraki
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Beitragvon aeroklaus » 27.03.2010, 22:12

Hi suraki,

suraki hat geschrieben:Mercator schon gar nicht! Man kann dies auch wunderbar auf der Webseite nachvollziehen, wenn man einen Längenkreis an die Monitorkante legt und dann mit den Cursortasten langsam nach unten scrollt: auf ganzer Länge der Karte sind die Kreise absolut parallel. Also nix mit Mercator und nix, was man mit dem Ozi kalibrieren könnte.


aber das ist doch (soweit ich das verstehe!) gerade das Wesen der Mercator-Projektion: die Längen-und Breitenkreise sind parallel, die "Landschaft unter ihnen" ist desto mehr verzerrt, je weiter man vom Äquator entfernt ist. Trotzdem kann man (bzw.die Movingmap-Software) die exakte Position bestimmen. Oziexplorer kenne ich leider nicht, es würde mich aber wundern, wenn das Programm nicht mit den Karten zurecht käme. Man braucht zum Kalibrieren nur zwei bekannte Punkte auf der Karte (links oben/rechts unten zum Bleistift)

Grüsse Klaus

p.s.:netten Avatar hast Du!
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Beitragvon suraki » 28.03.2010, 09:33

Hallo Klaus,

nun bin ich auch nicht unbedingt Spezialist für Kartenformate, aber mit Deiner Interpretation des Mercatorformats liegst Du m.E. falsch. Da bei diesem Format die Karte auf eine Kugeloberfläche projeziert wird, hat das resultierende Koordinatensystem zwangsläufig zu den Polen hin konvergierende und zum Äquator hin divergierende Längskreise zur Folge - bei konstant bleibenden Abständen der Breitenkreise!

Das nachfolgende Bild ist die (stark geschrumpfte und komprimierte) Version der DFS-Web-Karte 2009. Wie man anhand der von mir einkopierten Längskreise links und rechts erkennen kann, laufen diese über die gesamte Länge Deutschlands absolut parallel. Das alleine wäre wahrscheinlich noch nicht einmal ein Killerkriterium, denn sicher gibts auch Kartenformate, die auf derart plan gezogenen Karten eine Kalibrierung erlauben. Richtig fies wird die DFS-Karte durch eine weitere, als Schikane eingebaute Vertikalverzerrung. Mach Dir mal die Mühe und miss die Abstände zwischen beliebigen Breitenkreisen im Norden und im Süden der DFS-Karte mit einem Pixel-Ruler (Bildschirmlineal) aus. Da wirst Du schnell feststellen, daß diese Abstände massiv variieren - was sie bei gleich bleibenden Abständen von 110 NM zwischen den Breitenkreisen definitiv nicht dürften. Eine Kalibrierung kann man auf einer solchen Karte zwar versuchen, im Ergebnis landet man in der Realität aber meilenweit neben dem anvisierten Ziel. Die DFS hat nicht umsonst darunter geschrieben, daß die Karte zu Navigationszwecken nicht geeignet sei.

Bild

Auf diesem Bild der vier nördlichen Teilblätter der OZI-Version der ICAO-Karte kann man hingegen wunderbar die geometrische Verzerrung der Mercator-Projektion nachvollziehen. Nicht nur, daß die Längenkreise auf den Pol hin zulaufen - auch die Breitenkreise zeigen den richtigen perspektivischen Kreisausschnitt, wo bei der DFS-Karte lediglich eine waagerechte horizontale Linie erscheint.

Bild

Schade! Wäre schön gewesen, aber sooo einfach verzichtet die DFS dann doch nicht auf unsere Knete :roll:

Womit meine Frage immer noch aktuell ist. Weiß irgendjemand, wie die ICAO-Karte der DFS-DVD Version aussieht? Handelt es sich bei diser ca. 80€ teuren Version um eine (für Navigationszwecke geeignete) unverzerrte Projektion in einem verwertbaren Bitmapformat, oder liegt die Karte lediglich in einem (von keinem anderen Programm verwertbaren) propriäteren (Vektor-?)Dateiformat vor???

Schönen Sonntag noch

suraki

P.S. @Klaus: Wenn es die Beschränkung auf nur 20 KB für das Avatarbildchen nicht gäbe, hätte ich die Gif-Animation nicht so stark komprimieren müssen, daß kaum noch was erkennbar bleibt. Wobei das in diesem Falle villeicht sogar besser ist, da der abgebildete schwarz-gelbe Fox mittlerweile leider nicht mehr unter den Lebenden weilt... (aktuell müßte er komplett 'weiß' bespannt sein :wink: )
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Beitragvon suraki » 28.03.2010, 09:54

Hi Klaus,

man sollte sich VOR dem Antwort schreiben doch noch mal schlau machen :roll: . Nach Wikipedia hast Du natürlich doch recht, wenn Du die DFS-Karte als Mercatorprojektion bezeichnest. Wenn man die Karte nämlich auf einem Zylinder abbildet, kommen tatsächlich die beobachteten Verzerrungen (und gerade Linien!) dabei raus. Nach dieser (späten :wink: ) Erkenntnis, werde ich doch noch mal eine Kalibrierung mit 'Mercator'- Formateinstellung probieren.

Ja, ja, man wird alt wie 'ne Kuh...

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Beitragvon aeroklaus » 28.03.2010, 11:21

problematischer ist es allerdings, wenn wie Du sagst, die Abstände der Kreise nicht konstant sind. Vielleicht ist es dann eine gute Idee, die Karte nicht so gross zu machen und D in kleinere Abschnitte zu unterteilen.

Ich hatte übrigens 2004 mal irgendwo ein digitales ICAO-Kartenset gekauft, nicht direkt beim DFS, sonder bei einer dort verlinkten Seite. Hab´leider vergessen, bei wem :Klaus:
Da waren die Karten als Bitmaps drauf, unterteilt in halbe bzw. viertel der gedruckten Karten.


Grüsse Klaus
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